Über die ÖDBAG | Kontakt | Impressum
SIE SIND HIER : Anwendung : Anwendungsgebiete : Hyperhidrose : Behandlung

Behandlungsmöglichkeiten


Die Behandlung der Hyperhidrose gehört in die Hände eines mit diesem Problem vertrauten Arztes. Vor Behandlungsbeginn kann in manchen Fällen eine Durchuntersuchung notwendig sein, um sekundäre Formen einer Hyperhidrose auszuschließen. Wird eine sekundäre Hyperhidrose nachgewiesen, wird die Behandlung der Grundkrankheit auch eine Abnahme der Hyperhidrose bewirken.

Bei Patienten mit fokalen Hyperhidrosen von Handflächen, Fußsohlen und Achseln werden derzeit folgende Behandlungsstrategien angeboten:

Lokale Behandlung


In leichter ausgeprägten Fällen können verschiedene schweißhemmende Substanzen in Salbenform oder wässriger Lösung auf die betroffenen Hautareale aufgebracht werden. Dies führt meist nur vorübergehend zu einer Abnahme der Schweißproduktion.

Die besten Erfahrungen gibt es bei der Anwendung von Aluminiumchloridsalzen. Obwohl der genaue schweißhemmende Wirkmechanismus von Aluminium nicht bekannt ist, nimmt man an, dass Aluminium zu einer vorübergehenden Verstopfung der Schweißdrüsengänge führt. Allerdings kommt es nach wiederholter Behandlung nicht selten zu Unverträglichkeitsreaktionen der Haut, verbunden mit unangenehmem Juckreiz.

Einnahme von Medikamenten


Verschiedene Medikamente wurden zur systemischen Behandlung der Hyperhidrose vorgeschlagen (z. B. Anticholinergika). Allerdings ist die schweißhemmende Wirkung auch meist von einer Reihe von unangenehmen Nebenwirkungen (Müdigkeit, Konzentrationslosigkeit, Blasen- und Mastdarmstörungen) begleitet. Eine Dauertherapie wird verständlicherweise von den meisten Patienten nicht toleriert. Vereinzelt können Patienten eine Einmaldosis eines Parasympatholyticums mit anticholinerger Wirkung (z. B. Bellanorm-Dragees) einsetzen, um zu einem bestimmten Anlass "schweißfrei" zu sein.


Iontophorese


Bereits 1936 konnte gezeigt werden, dass in einem Wasserbad mit Hilfe eines Gleichstroms verschiedene Substanzen in die Haut von Handflächen und Fußsohlen eingebracht werden können. Dies bewirkt eine vorübergehende Schweißhemmung.

Im Rahmen der Iontophorese müssen Patienten zwei bis drei Mal pro Woche Handflächen oder Fußsohlen in ein Wasserbad für etwa 20 Minuten einbringen. Dieses Verfahren kann bei bis zu 80 Prozent der Patienten eine Besserung der palmaren und plantaren Hyperhidrose nach sich ziehen.

Intradermale Injektionen mit Botulinum-Toxin


In den letzten Jahren konnte im Rahmen von kontrollierten Studien gezeigt werden, dass die Injektion von Botulinum-Toxin in die Haut zu einer deutlichen Besserung fokaler Hyperhidrosen führen kann.

Dabei werden kleinste Mengen von Botulinum-Toxin an mehreren Stellen direkt unter die Haut injiziert. Meist bemerkt man nach zwei bis drei Tagen eine deutliche Abnahme des Schwitzens. Kleidungsstücke zeigen keine Schweißflecken mehr, die Hände bleiben beim Arbeiten, Schreiben und bei Sozialkontakten trocken. Untersuchungen zeigen, dass neben der Abnahme der Schweißproduktion auch eine deutliche Besserung der Lebensqualität eintritt.

Die schweißblockende Wirkung hält meist 4 bis 6 Monate an, dann kommt es zu einer langsamen Abnahme der Wirkung, so dass eine Wiederholungsbehandlung nach 6 bis 12 Monaten notwendig wird.

Die Anwendung von Botulinum-Toxin Typ A ist vorerst nur für die Behandlung der axillären Hyperhidrose zugelassen. Darüber hinaus können von geschulten Anwendern auch andere fokale Hyperhidrosen behandelt werden, die auf andere Behandlungsstrategien nicht ansprechen und von einem hohen Leidensdruck begleitet werden. Großflächige Hyperhidrosen können meist nicht behandelt werden, da zu große Mengen von Botulinum-Toxin dafür notwendig wären.

Bei axillären Hyperhidrosen sind die Injektionen meist wenig schmerzhaft. Nebenwirkungen wurden bislang nicht beobachtet. Bei etwa 90 Prozent der Patienten kann mit dieser Behandlungsmethode ein sehr gutes Ergebnis erzielt werden.

Bei palmaren Hyperhidrosen sind meist 20 bis 30 Injektionsstellen pro Handfläche notwendig. Bei fokalen Hyperhidrosen der Handflächen sind die Injektionen meist schmerzhaft. Eine lokale Betäubung der die Hautareale versorgenden Nerven kann hier Hilfe bringen (Nervenblock). Als Nebenwirkung ist eine vorübergehende Muskelschwäche der kleinen Handmuskeln möglich.