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4. Wirkmechanismus des BT


Im Körper gibt es bestimmte „Andockstellen“ für BT, diese befinden sich an den Enden sog. cholinerger Nervenzellen, d.h. Nervenzellen, die einen ganz speziellen Überträgerstoff namens Acetylcholin verwenden um mit anderen Zellen – vor allem Muskelzellen, aber z.B. auch Schweißdrüsenzellen – zu kommunizieren bzw. sie zu stimulieren. BT verhindert auf komplexe Weise die Freisetzung dieses Überträgerstoffes. Wenn Muskelgewebe nun keine Nervenimpulse mehr erhält, kommt es zur Erschlaffung bzw. Lähmung des Muskels. Wenn Schweißdrüsen keine Nervenimpulse mehr erhalten, kommt es zu einer Einstellung der Schweißproduktion.
Nach ein paar Wochen werden an den cholinergen Nervenendigungen Mechanismen in Gang gesetzt, die den ursprünglichen Zustand wieder herstellen - das Nervenende regeneriert sich und ermöglicht dadurch wieder die Freisetzung von Acetylcholin. Damit kommen Muskelaktivität, Schweißproduktion etc. wieder in Gang.

Für BT, das zu therapeutischen Zwecken eingesetzt wird, ist der Wirkmechanismus der gleiche. Die erwünschte Wirkung von BT, die mit einer Verzögerung (etwa 3 bis 14 Tage) eintritt, hält nach Injektion in den Muskel etwa 2 - 3 Monate an, nach Injektion in die Haut (Schweißdrüsen) etwas länger. Das in die Nervenzellen aufgenommene Toxin wird schließlich wieder abgebaut. Das bedeutet, dass bei der therapeutischen Anwendung von BT die Behandlung regelmäßig wiederholt werden muss – aber auch, dass sich allfällige unerwünschte Nebenwirkungen der Behandlung (z.B. Schluckstörungen) nach einigen Wochen von allein vollständig zurück bilden.